Der Verein

Der Verein wurde am 28.September 1982 gegründet.

Die Eisenbahnfreunde der WZTE Zeven e.V. haben sich zur Aufgabe gemacht, Eisenbahnfahrzeuge und Bahneinrichtungen aus vergangenen Tagen zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu hat der Verein  ein Gelände am Zevener Südbahnhof von der EVB gepachtet. Es handelt sich um die alte Bahnmeisterei der WZTE.

 In dem Gebäude befindet sich ein Raum, in dem eine Modellbahnanlage in Spurweite N aufgebaut ist. Diese stellt Schematisch das Streckennetz im Weser-Elbe-Dreieck dar.

An Schienenfahrzeugen haben wir eine Motor- und zwei Handhebeldraisinen, ein Schienenfahrrad.

Einen Behelfspackwagen der DB, zwei Bauzugwagen und einen Beiwagen VB 147. (Zur Zeit nicht einsetzbar da keine HU)

Die im Jahre 1998 gegründete Modellbahngruppe arbeitet im Behelfspackwagen und in den Bauzugwagen.

 

Die geschichtliche Entwicklung

Anfang unseres Jahrhunderts war der Raum Zeven rein landwirtschaftlich genutzt und äußerst dünn besiedelt Dies lag unter anderem an der äußerst schlechten Verkehrsanbindung der Elbe-Weser Region. Erste Besserung trat durch die Eisenbahnanbindung Geestemündes (heute Bremerhaven) am 23.01.1862 von Bremen her, sowie der Eröffnung der Strecke von Bremen nach Harburg (Hamburg) am 01.07.1874 ein. Nach dem Bau der Unterelbestrecke von Harburg nach Stade ( 01.11.1881 ) schloss sich der Eisenbahnring um das Elbe – Weser – Dreieck am 01.06. 1896 mit der Verbindung Geestemünde – Cuxhaven. Aber immer waren die damaligen Kreisstädte Zeven und Bremervörde ohne, die für die wirtschaftliche Entwicklung so wichtige Schienenanbindung. Die Staatsbahn machte sich nun an die fehlenden Querverbindungen. So erreichte die Eisenbahn Bremervörde am 01.10.1898 von Stade. Die Weiterführung nach Geestemünde erfolgte am 01.01.1899. Von nun an Entwickelte sich Bremervörde zum Eisenbahnknoten. Es folgten die Strecken nach Harsefeld – Buchholz (01.02.1902) sowie der Linie nach Rotenburg. Durch diese wurde nun auch endlich Zeven an die große weite Welt angeschlossen (16.05.1908). Damit sah der Staat seine Aufgaben als erfüllt an. Damit war private und kommunale Initiative erforderlich um den kleineren bzw. abseits gelegenen Gemeinden zu ihrem Bahnanschluß zu verhelfen.

Nach einigen Planungswirrwarr wurde am 21.08.1912 die Kleinbahn Wilstedt - Zeven - Tostedt Gmbh gegründet. Am 01.04.1913 beginnt der Bahnbau. Die Fertigstellung verzögert sich aber durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges bis Ende 1916. Am 02.01.1917 wird der durchgehende Güterverkehr aufgenommen, ab 15.06.1917 läuft auch der reguläre Personenverkehr an. Die Kleinbahn war von Anfang an kein renditeträchtiges Unternehmen, und so ließ sich der Verkehr auch sehr spärlich an. Besonders im Abschnitt Zeven – Wilstedt, hier verkehrten anfangs nur ein gemischtes Zugpaar am Tag. ( Beförderungsleistungen 1918: 59.531 Personen und 76.218 t Güter ) . Trotzdem bestanden konkrete Pläne, die Bahn über Wilstedt hinaus zu verlängern. Die Planungen sahen eine Fortführung über Buchholz, Quelkhorn und Fischerhude nach Sagehorn vor, wo dann die Bahn an die Reichsbahn anschließen würde. Der Plan bestand schon seit 1913, wurde auch 1914 vom preussischen Minister genehmigt. Die Ausführung wurde aber nach Kriegsausbruch auf Eis gelegt. Nach Kriegsende begann man mit den Vermessungsarbeiten, die am 10.09.1920 abgeschlossen wurden. Nun ließ aber die schlechte wirtschaftliche Lage eine Ausführung vorerst nicht zu. In den nun folgenden Inflationsjahren geriet die Streckenverlängerung in Vergessenheit. 1923 werden die Auswirkungen der Inflation immer schmerzhafter, so kommt es bei der Kleinbahn zu Entlassungen. Es werden nur noch gemischte Züge (Güterzüge mit Personenbeförderung) gefahren. Auch reduzieren sich die Fahrten auf viermal in der Woche Richtung Tostedt und nur zweimal Richtung Wilstedt.

Am 24.10.1929 bricht in New York die Börse zusammen.

Die Kleinbahn erlebt einen Verkehrsrückgang um 40 %, wobei die Einnahmen sich sogar um 60 % verminderten. Der Zugverkehr normalisiert sich nur langsam wieder. Am 01.04.1934 wird die Betriebsführung an das Landeskleinbahnamt übergeben. Das Landeskleinbahnamt drängt die deutsche Eisenbahnindustrie für die notleidenen Kleinbahnen wirtschaftlichere Betriebsmittel zu entwickeln. Denn die Vorhaltung von Dampfloks für halbvolle Züge führt zu immensen Betriebskosten. Den großen Wurf macht die Waggonfabrik Wismar mit ihrem Brennkrafttriebwagen in Leichtbauweise, dem sogenannten Schweineschnäutzchen bzw. Schienenzepp.

Die Kleinbahn steht der Neuentwicklung trotz heftiger Diskussionen aufgeschlossen gegenüber, und bestellt einen Triebwagen. Dieser geht am 19.05 1933 in Betrieb und begeistert so, daß zwei weitere Triebwagen bestellt werden. Die Triebwagen kommen auch in der Bevölkerung gut an, da sie die Fahrzeiten zum Teil erheblich verkürzen und auch einen nie gekannten Komfort bieten. So steigen die Beförderungszahlen merklich. In Tarmstedt werden die Gleise des „Jan Reiners“ bis an den Ostbahnhof herangeführt. Ab dem 15.05. 1934 wird der gemeinsame Fahrkartenverkauf aufgenommen. Durch diese Maßnahme blüht der Wilstedter Ast auf. Durch die neuen Triebwagen und Verbindung nach Bremen steigen die Fahrgastzahlen um 63 %. 1935 sieht der Fahrplan täglich 4 Zugpaare nach Wilstedt und 6 Zugpaare nach Tostedt vor. Der Verkehr steigt nochmals um 38 %. Die Güterverkehrsleistungen steigen enorm, dies liegt hauptsächlich am Autobahnbau Bremen – Hamburg. Die Autobahn wird von der Kleinbahn von nun an auf einer Brücke bei Sittensen überfahren.

Der Aufstieg der Kleinbahn wird jäh am 01.09.1939 durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges gestoppt. Der Zugverkehr wird erheblich eingeschränkt, ein bereits bestellter Triebwagen kommt nicht mehr zur Auslieferung.

In diese Zeit fällt auch das erste große Unglück der Kleinbahn: Infolge Hochwassers werden am 09.02.1941 30 m Bahndamm in der nähe Zeven unterspült. Ein Dampfzug entgleist, zwei Personenwagen schieben sich ineinander – Zwei Personen finden den Tod, vier weitere werden zum Teil erheblich verletzt. Zwei Tage später bricht bei Heeslingen eine Gewölbebrücke unter dem fahrenden Triebwagen zusammen. Der Triebwagen springt aus dem Gleis, zum Glück wird niemand verletzt. Die weiteren Kriegsjahre sind durch Materialknappheit, Hamsterverkehr und Tieffliegerangriffe gezeichnet. Den Spuk beenden die Engländer, die am 23.04.1945 vor den Toren Zevens stehen, und sich noch gegen vereinzelte deutsche Truppen wehren. Dabei werden die Bahnanlagen in Zeven in Mittleidenschaft gezogen. Drei Tage später ist Zeven besetzt.

Erst am 14.08.1945 wird ein eingeschränkter Verkehr wieder aufgenommen. Ein durchgehender Betrieb ist aber erst ab dem 13.05.1946 möglich, als die Notbrücke bei km 28,4 in Betrieb geht. Der ungebrochene Hamsterverkehr verschafft der Kleinbahn zwar viele Fahrgäste, aber hauptsächlich Probleme durch erhebliche Überlastung des Fahrzeugparks. So ergeht Anordnung, daß die Wismarer Triebwagen nur noch durch 70 Personen besetzt werden darf, das übrigens bei knapp 30 Sitzplätzen. Die Verhältnisse ändern sich erst nach der Währungsreform 1946. Auch ändert sich der Name der Kleinbahn. Sie wird nun als Bahn des allgemeinen Verkehrs auf unbefristete Zeit konzessioniert. Von nun an heisst sie Wilstedt – Zeven – Tostedter Eisenbahn GmbH. Die Betriebsführung übernimmt das Niedersächsische Landeseisenbahnamt (NLEA). Am 20.11.1950 schlägt die WZTE einen neuen Weg, mit der Eröffnung der ersten Busline, ein. Das Netz wird sich in den kommenden Jahren kontunuierlich ausweiten. Eine für den Schienenpersonenverkehr unheilvolle Entwicklung.

Am 18.01.1957 tritt der erste große Triebwagen seinen Dienst an. Bei dem als T 174 bezeichneten Triebwagen handelt es sich um einen alten Reichsbahner (WUMAG ex DRG VT 66903), der für die WZTE modernisiert wurde.

1960 kommen noch zwei ehemalige Staatsbahner dazu – zwei VT 70 (941 + 944), die als T 148 und T149 die Wismarer Triebwagen entbehrlich machen. Auch die Zeit der Dampfloks geht zu Ende. Zu unwirtschaftlich gestaltet sich ihr Einsatz auf Nebenbahnen. 1956 trifft von Henschel in Kassel die V 274 ein, ihr folgt noch die V 277 von Mak in Kiel. Als ein Jahr später auch noch die V 279, eine V 36 als gebrauchtkauf in Zeven den Dienst antritt, geht die Dampflok 412 als letzte ihrer Art den Weg zum Schrott.

Am 01.10.1959 geht die Betriebsführung vom aufgelösten Landeskleinbahnamt auf die Osthannoversche Eisenbahn über. Die zunehmende Motorisierung, der zunehmende Busverkehr und die Stillegung der Kleinbahn Jan Reimers nach Bremen (1956) macht sich erheblich bemerkbar. Der Verkehr geht spührbar zurück. 1962 fährt nur noch ein Zugpaar zwischen Zeven und Wilstedt. Ab dem 01.06.1964 endet der tägliche Triebwagen schon in Tarmstedt. Vom 27. September des gleichen Jahres ist auch damit schluß, der Personenverkehr beschränkt sich auf Zeven – Tostedt. Aber auch hier wird das Angebot nach und nach ausgedünnt. Ab Sommerfahrplan 1967 wird nur noch werktags gefahren. Am 25.09.1971 endet auch hier der Personenverkehr. 1972 werden die seit langem abgestellten Wismarer Schienenbusse T 146 und T 147 verschrottet, T 145 dient seit langer Zeit als Rottenfahrzeug und wird 1978 an die Museumsbahn Minden verkauft. Die letzten Tage des Personenverkehrs mußte die WZTE ohne eigene Fahrzeuge durchstehen, denn die beiden T 148 und T 149 waren abgestellt, der T 174 wurde am 19.05.1971 in Zeven – Nord am Bahnübergang B 71 das Opfer eines unachtsamen LKWs. Man leihte sich bei der BOE, mit der man seit einigen Jahren eine gemeinsame Betriebsleitung hatte, den T 170 aus.

Im Güterverkehr konnten nach wie vor akzptable Ergebnisse erziehlt werden. So hatte man als Großkunden die Asphaltwerke in Zeven und Heidenau gewonnen. Beide erhielten eigene Anschlußgleise. Das inzwischen viel zu groß gewordene BW in Zeven wird radikal umgebaut. So wird die Drehscheibe ausgebaut und der Ringlokschuppen für die Busflotte umgebaut. Für die verbliebenen Fahrzeuge der Rechteckschuppen. In Tostedt verliert die WZTE ihr Bahnsteiggleis, die Bahnhöfe Wüstenhöfen und Herwigshof verlieren ihre Ladegleise. Der Güterverkehr beschränkt sich auf ein Güterzugpaar täglich. Die Lok übernachtet im Lokschuppen Tostedt West, fährt frühmorgens nach Zeven – Wilstedt und zurück nach Zeven, wo bis nachmittags Pause ist. Am Nachmittag geht es zurück nach Tostedt. Nach diesem Schema wird auch bis Mitte der 80er Jahre gefahren. Zum Jahreswechsel 78/79 trifft die V 280 frisch hauptuntersucht in Zeven ein, um am 26.02.1979 bei Badenstedt durch schlechte Gleislage verbunden mit Eis und Schnee zu entgleisen.

Die Geschichte der Wilstedt – Zeven – Tostedter Eisenbahn endet genaugenommen am 30.09.1981, denn an diesem Tag wird ins Handelsregister die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe – Weser GmbH eingetragen. Entstanden ist die Gesellschaft durch Fusion der WZTE mit der Bremervörde – Osterholzer Eisenbahn (BOE).